Radreisen – langsam reisen

Highway to Hell

Posted in Allgemein by Peter on 26. Juni 2016

Highway to Hell?  War es so schlimm?
Nein, Gottseidank nicht. Aber der Ausdruck kam uns während der Tour öfters mal unter und angesichts der Wetterprognose, inklusive Unwetterwarnung, hätte es durchaus so kommen können.

Strecken bei GPSies.com

Mind the GAP

„Jetzt kommt gleich der See. Da, …da ist er!“ Der alte Mann neben mir im Zug nach Garmisch-Partenkirchen  zeigt aufgeregt in die Wolken. Sein Enthusiasmus wirkt fast schon ansteckend nur ist leider nirgends Wasser zu sehen. Am Arm hat er eine Blindenbinde und auf der Jacke zusätzlich ein Schild, das auf seine Hörbehinderung hinweist. Sich von einem Blinden Passagier die Welt vor dem Zugfenster erklären zu lassen ist ein wenig schräg aber kurzweilig. Nachfragen hilft leider nicht, weil er nicht hört und so ist das Gespräch etwas einseitig.

Das Endziel unsere Bahnfahrt ist Mittenwald. Von hier soll es in den nächsten Wochen ohne festen Plan im Zickzack durch Bayern gehen. Vielleicht bis Regensburg. Für uns ist Bayern ein ziemlich exotisches Ziel. Gebucht sind lediglich die ersten beiden Nächte in Mittenwald damit wir vorher noch etwas wandern können.

Beim Ausstieg aus dem Zug werden wir mit der Ansage „Mind the gap“ verabschiedet. Mag sein, dass die Lücke zwischen Bahn und Bahnsteigkante gemeint ist, aber ganz sicher bin ich nicht. Jedes Auto fährt hier mit dem Autokennzeichen GAP herum.

Der Ort liegt in einer grandiosen Bergkulisse, ist touristisch straff durchorganisiert, kitschig bunt und erfüllt jedes Klischee von Bayern, dass uns durch den Kopf spukt. Man kann muss hier jeden Tag Blasmusik hören, sieht überall Dirndl und Lederhosen und bekommt für 8 Euro die kleinste Lasagne der Welt. Immerhin ist unsere Wanderung, unter anderem über spektakuläre Eisenstege durch die etwas übervermarktete Leutaschklamm, trotz Regenwetter sehr schön. Möglicherweise aber auch wegen des Regenwetters.

Es ist für uns wirklich verblüffend, dass das ganze krachlederne keine Touristenfolklore ist. Sonntags gehen ganze Familien inklusive Kleinkind in Tracht zum Sonntagsspaziergang, überall stehen Männer in kurzen Lederhosen herum,  ständig  zieht irgendwo eine Blaskapelle durch’s Städtchen und während einer Länge von zwei Kugeln Eis haben sich mindestens fünf Menschen den Aushang der Kirche durchgelesen (Montag, 9.00 Uhr, Antonifest. Pontifikalamt mit dem hochwürdigsten Weihbischhof und Volksmusik mit Bläserbegleitung).

 

In die große Stadt
Bad Tölz (60km), München (60km)

Als es endlich mit der Radtour losgeht, sind wir erleichtert. So ein Wandertag ist ja schön aber jetzt haben wir genug vor den grauen Berg geguckt. Das wechselhafte Wetter hat es uns nicht einfacher gemacht und Mittenwald wird wohl nie unser Lieblingsurlaubsort werden. Aber jetzt wird alles gut. Die Sonne lacht, die Temperaturen sind angenehm und wenn die Strecke nicht gerade an einer Bundesstraße entlang führt, ist sie traumhaft schön. Einer der schönsten Teile beginnt hinter Krün auf einer Straße, die für Autos mautpflichtig ist. Die grandiose Landschaft ist allerdings nur für uns Radfahrer da. Autofahrer scheinen den Ehrgeiz zu haben, die Strecke möglichst schnell hinter sich zu bringen um so schnell, wie es geht, wieder auf der kostenlosen Bundesstraße fahren zu können.

Bad Tölz ist schon eine kleine Überraschung. Bunte Häuser, unbekannte Biersorten, blauweiße Fahnen: Alles wie gehabt. Aber gegenüber Mittenwald geht es hier fast urban zu. Ganz normale Menschen mit ihren ganz normalen Dingen. Außerdem gibt es überall schöne Plätze, an denen man den sonnigen Abend genießen kann.

Die Isarradweg-Etappe nach München findet weitgehend ohne die Isar statt. Dafür geht es, oft über Schotterwaldwege und ziemlich heftig, immer auf und ab. War die Isar vor Bad Tölz noch ein Wildfluss, der durch Kiesbänke mäandrierte, ist sie beim nächsten Kontakt schon ein Kanal.

An einem Wehr machen wir Pause. Davor liegt schon ein Floß mit vielen betrunkenen Menschen. Offensichtlich ein Betriebsausflug. Die Auszubildende läuft etwas verloren herum und die ältliche Sekretärin bewegt sich etwas unsicher auf den rohen Holzstämmen. Für das nötigste ist gesorgt: Ein Grill qualmt, mehrere Fässer Bier sind fest installiert, hinter einem weißblauen Vorhang steht ein kleines Klo und in der Mitte des Floßes gibt es eine kleine Bühne für die Musiker. Als diese sich ihre Instrumente umhängen, befürchten wir nach unseren Erfahrungen in Mittenwald schon das schlimmste. Doch dann legt das Floß ab und die ersten rockigen Akkorde von „Highway To Hell“ erklingen bevor das Floß unter lautem Gejohle eine überdimensionierte Bootsrutsche hinunterrauscht.

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Kurz vor München kann man schon mal ein kleines Bad in der Isar wagen. Es ist noch nicht richtig warm aber mittlerweile frieren einem schon nicht mehr die Füße ab. Nach einem sonnigen Tag und einer recht anspruchsvollen Etappe mit einigen Steigungen und vielen Schotterwegen ist das die richtige Erfrischung.

Den Abend verbringen wir bei sommerlichen Temperaturen dann im englischen Garten. Wir schauen den Eisbachsurfern zu, genießen die Freibadatmosphäre auf den Wiesen und sitzen am Ende  im Milchhäusl und lassen den ganzen Auflauf an uns vorbeiziehen.

Urlaub auf dem Bauernhof
Bierdorf (55km)

Nach einem weiteren Tag in Münchener Geschäften und an Münchener Isarstränden zieht es uns weiter. Das Wetter für die nächsten Tage verspricht zwar nichts Gutes aber irgendwann möchten wir mal etwas zur Ruhe kommen. Im Internet habe ich einen Bauernhof am Ammersee mit einer kleinen Wohnung gefunden. Dort können wir vielleicht ganz entspannt die vorhergesagten Regentage abwarten. Wobei, eigentlich wollten wir ja gar nicht mehr in Wetterapps schauen. Bisher waren sie nur Spaßbremsen, während das Wetter meistens dann doch besser wurde als vorhergesagt. Wir hatten allerdings auch Glück. In vielen Orten ringsum war in den letzten Tagen Landunter, die Bahnstrecke nach Mittenwald ist mittlerweile gesperrt, aber immer ein paar Kilometer weiter, nie bei uns. Diesmal aber erwischt es uns. Kaum sind wir aus München heraus fängt es an zu regnen und hört erst wieder auf, als wir in Bierdorf ankommen. Schuhe und Kleidung sind durch und durch nass.  Der Ammersee-Radweg führt recht unspektakulär über hauptstraßenbegleitenden Radwege. Bei diesem Wetter ist uns das aber ganz recht. Erst auf dem letzten Stück am Ammersee wird der Weg landschaftlich schöner – und zur Schlammschlacht.

In Utting fahren wir an einem dieser Kinderbelustigungsfeldlabyrinthe vorbei. Hier werden die Kinder statt durch Mais durch ein Labyrinth von Sonnenblumen und Hanf gejagt. Hanf? Tatsächlich Hanf. Coole Idee. Bestimmt wird das alles hinterher wieder untergepflügt. Oder die machen Kälberstricke draus. Wer’s glaubt…

Unser Bauernhof hält, was wir uns davon versprochen haben. Eine gemütliche kleine Wohnung mit Kachelofen. Ab und zu riecht es mal etwas nach Kuhstall damit auch nicht vergisst, wo man sich befindet. Dazu gehört ein sehr gepflegtes Seegrundstück auf dem es sogar ein Kanu gibt, welches wir ausgiebig nutzen, und passend dazu verwöhnt uns der Tag nach unserer Regenfahrt mit Sonne und angenehmen Temperaturen. Doch schon die nächsten Tage bringen wieder wechselhaftes, regnerisches Wetter und es reift der Plan, die dritte Woche lieber noch am Meer zu verbringen. Bei diesem Wetter ist fahren besser als zu bleiben und auf schöneres Wetter zu warten. Wir werden noch bis Regensburg fahren, dort die Tour beenden und dann nach Usedom fahren. Die Idee, hier in Bayern ein sonniges Plätzchen am Wasser zu finden, können wir wohl aufgeben.

Mit dem Zug fahren wir noch einmal zurück nach München um uns für kommende Regenfahrten mit Gamaschen zu versorgen, damit beim nächsten Regentag wenigstens die Füße trocken bleiben.

Der Bahnhofsvorsteher von Riederau tut uns ein wenig leid. Seine einzige Aufgabe ist es, ein Schild zu bewachen. Er nimmt seine Aufgabe aber offensichtlich sehr ernst. Als wir den Bahnhof für unsere Fahrt nach München erreichen, geht dummerweise gerade die Schranke herunter. Der Zug fährt ein, die Schranke bleibt aber geschlossen. Nun ist auf einer eingleisigen Strecke die Gefahr gering, dass der Zug noch mal zurücksetzt um uns zu überfahren, zumal an anderen Bahnhöfen der zweite Bahnsteig nur durch Überqueren  der Gleise zu erreichen ist. So überqueren wir bei geschlossener Schranke das Gleis um direkt auf den Bahnsteig einzubiegen, der noch zwischen den Schranken direkt am Bahnübergang endet. Es empfängt uns ein cholerisches Donnerwetter besagten Bahnhofsvorstehers. Wir ignorieren das und besteigen schnell den Zug. Die Fahrkarten können wir unter den mitleidigen Blicken der anderen Fahrgäste gottlob drinnen lösen.

Auf der Rückfahrt schlagen wir ganz selbstverständlich und gedankenverloren den selben Weg zum Ende des Bahnsteigs ein. Immerhin ist die Schranke nun offen. Plötzlich geht hinter uns wieder das bekannte Donnerwetter los. Haben wir doch das Schild übersehen, dass am Ende des Bahnsteigs den Durchgang verwehrt. Man muss hier tatsächlich erst ein Blumenbeet umrunden um hinter das Schild zu kommen. Dem Bahnhofvorsteher obliegt offenbar die Aufgabe, darauf zu achten, dass auch jeder Fahrgast diesen kleinen Bogen mitnimmt. Wir tun ihm diesen kleinen Gefallen damit er heute mit dem guten Gefühl nach Hause gehen kann, dass der Tag nicht völlig erfolglos war.

Unser letzter Tag in Bierdorf verwöhnt uns noch mal mit sonnigen, allerdings auch windigem und relativ kühlem Wetter. Mit dem Schiff fahren wir nach Herrsching um von dort zum Kloster Andechs zu wandern. Der Schiffsführer erzählt uns mit großem komödiantischen Geschick Daten über das Schiff und das Kloster. Die Hälfte davon verstehen wir sogar. Auf Kloster Andechs herrscht das zu erwartende Gedränge aber die Wanderung dort hin ist sehr schön. Zählt Bier trinken im Klosterbiergarten eigentlich schon als Wallfahrt? Oder gehört eine Buße dazu? Beispielsweise einen Viererträger Andechsbräu, das man am Ammersee überall kaufen kann, den Berg hinunter tragen.

Zur Donau
(Dachau 55 km, Reichertshofen 76 km, Kelheim 58 km)

Der letzte Abschnitt unserer Tour soll uns an Amper und Ilm zur Donau bringen. Am ersten Tag, auf der Fahrt nach Dachau, sehen wir die Amper zwar nur gelegentlich, aber die Strecke ist durchgängig schön. Auch das Wetter beruhigt sich langsam und bleibt bis auf einen kurzen Schauer trocken.

Nach einem Imbiss in der Altstadt gehen wir zum Schloss, wo es eine schöne Aussicht gibt. Heike ist ziemlich entsetzt, dass München von hier immer noch so gut zu sehen ist. Weit sind wir durch den Schlenker zum Ammersee noch nicht gekommen. Die morgige Etappe wird auf Wunsch einer einzelnen Dame etwas länger! Doch jetzt möchten wir erst mal zur KZ-Gedenkstätte. Sie ist schon ausgeschildert, wird im Gegensatz zu Schloß und Kirche aber nur dezent beworben. Leider sind wir etwas spät dran und so geht irgendwann eine Dame durch das Museum, um darauf aufmerksam zu machen, dass gleich geschlossen wird. Allerdings mit einem herrischen Habitus, dass man sich vorstellen könnte, dass sie von Anfang hier gearbeitet hat.

Abends essen wir noch eine Kleinigkeit in der Pizzeria unter unserem Hotel. Der Laden ist sehr gut aber doch eher von der preiswerten Sorte. Genauso wie unser Hotel, wo normalerweise wohl eher Monteure absteigen. In der Pizzeria sitzt ein kleinwüchsiger Mensch mit verkümmerten Armen, der mir sofort extrem bekannt vorkommt. Wir sind eigentlich überzeugt, dass wir ihn aus Filmen kennen, aber ein internationaler Schauspieler sitzt doch nicht in einer billigen Pizzeria in Dachau. Dass wir in München auf einem alten Friedhof Michaela May  gesehen haben, die ein Interview gab, war ja nicht so abwegig. Aber in Dachau in einer mittelpreisigen Pizzeria ein internationaler Schauspieler?

Am nächsten Tag fahren wir bei idealem Radelwetter weiter. In Pfaffenhofen an der Ilm nehmen wir uns sehr viel Zeit im Café auf den Hauptplatz die Sonne und unseren Kaffee zu genießen. Die Sache mit dem Schauspieler lässt uns nicht los und wir überlegen, in welchen Film wir ihn schon gesehen haben (Brügge sehen… und sterben). Google sagt, dass das Jordan Prentice war, wenn der Typ keinen Doppelgänger hat. Ich kann das immer noch nicht glauben, aber als ich lese, dass er Kanadier ist, fällt mir ein, dass ich gestern irgendwann das Wort Montreal gehört habe. Ich weiß nicht mehr wo das war, aber ich erinnere mich daran, weil mir auffiel, dass es französisch ausgesprochen wurde (Monreal). Spannende Geschichte ohne endgültige Auflösung.

Wir kommen heute in Reichertshofen unter. Es war gar nicht so einfach im größeren Umkreis überhaupt ein Zimmer zu finden. Kurz vor Geschäftsschluss gehen wir noch in den EDEKA um noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Ich frage die Kassiererin, wo man essen gehen kann (unsere Restaurantküche ist nur ein Schnitzelparadies zu überhöhten Preisen) und in Windeseile ist die komplette Belegschaft um uns versammelt um sich zu beraten.
„Der Asiate und der Grieche haben dicht gemacht“
„hier in Reichertshofen kann man nirgends mit Spaß essen gehen“
Erst die Bäckereifachverkäuferin weiß Rat. Eine Sportgaststätte mit italienischer Küche. Das Essen ist wirklich gut, aber das Ambiente ist leider genauso trostlos wie der ganze restliche Ort.

Durch das Paartal geht es am nächsten Tag weiter zur Donau. So abgelegen wie Reichertshofen ist auch diese Strecke. Auf dem ganzen Weg sehen wir keinen Menschen. Dafür Hasen, Rehe, Reiher, Rotschwänzchen, Gelbfinken, Goldammern und Libellen. Doch das ändert sich, als wir die Donau erreichen. Hier bestimmen eher schreiend bunt gekleidete Menschen mit altmodischen Packtaschen an elektrischen Fahrrädern das Bild. Viele der Fahrräder haben Rückspiegel, die aber nicht benutzt werden und auch die Hörgeräte haben die Fahrer teilweise abgeschaltet. Das Fortkommen gestaltet sich manchmal etwas schwierig.

Heike schreibt: Heute war ein unglaublicher Fahrtag: Morgens sind wir gegen 9.30 Uhr in Reichertshofen gestartet, die Sonne strahlte vom fast wolkenlosen Himmel. Gegen 12.30 Uhr haben wir eine Mittagspause gemacht und auf einer Bank unsere Brote verzehrt. Um 13.30 Uhr war klar: Wir werden heute vermutlich noch nass, um 13.38 Uhr haben wir die Plastikgamaschen über die Schuhe gezogen. Inzwischen war klar, es wird ein recht schweres Gewitter geben – vor und hinter uns pechschwarzes Gewölk. Noch 10 KM bis zum Ziel ( Kloster Weltenburg). Jetzt aber fix. Unterwegs treffen wir noch einen älteren Radfahrer, der lakonisch anmerkt “ Na, schaffen wir das noch vor dem Regen?“. In dem Moment waren wir im freien Feld unterwegs und die ersten Blitze zucken über den rabenschwarzen Himmel – vor uns und hinter uns. Immer noch kein Regen. Ich schwör dir, so schnell war ich noch nie: Zwischenzeitlich hab ich gedacht, mir springen die Muskeln aus den Oberschenkeln. Dann 1 KM vor dem Ziel: Nichts geht mehr, das Gewitter ist direkt über uns, es beginnt zu tröpfeln und keine Bushaltestelle, kein Café, nichts in Sicht – aber ein Ort, durch den wir fahren. Im absolut letzten Moment springen wir unter einen Dachüberstand und der Himmel öffnet seine Schleusen. Ich glaube, wir haben da den viel zitierten Starkregen mit Sturmböen und Gewitter garniert selbst erlebt. Unglaublich! Nach geschätzten 15 Minuten ist das Gewitter weiter gezogen und der Regen hat aufgehört. Als wir im Kloster einfahren scheint bereits die Sonne vom wolkenlosen (!) Himmel. Es ist richtig warm, die Mücken schwirren, alles flimmert und glänzt vom Regen. Am Ufer der Donau spielt eine Schulklasse am Ufer an einer immer wieder aufsprudelnden Quelle – ein Bild des Friedens und der guten Laune. Ich hab etwas gebraucht, um diese unterschiedlichen Stimmungen und Gefühle in einen Tag zu bringen. Dann die Fahrt auf der Donau im Donaudurchbruch nach Kelheim, einfach zu schön, um es richtig zu beschreiben.

Unser Hotel in Kelheim ist bis jetzt eins der besten auf der Strecke. Hier hat man sich voll auf Radfahrer eingerichtet. Neben dem Fahrradraum ist Werkzeug, eine Luftpumpe und ein Handfeger zum Reinigen der Räder aufgehängt. Außerdem gibt es einen Wasseranschluss mit Schlauch, der wohl eigentlich zum Blumengießen gedacht ist. Die Männer der im Hotel wohnenden, allesamt schon etwas älteren, Radfahrerpärchen sind begeistert wie kleine Kinder. Da wird gepumpt, gewaschen und geputzt was das Zeug hält.

Am Ziel
(Regensburg 35 km)

Der Tag beginnt schon drückend warm, als wir nach Regensburg aufbrechen. Heute geht der Donauradweg im Gegensatz zu gestern wirklich fast die ganze Zeit an der Donau entlang und ist schon fast eine Rennstrecke. Das heißt er wäre es, wenn nicht ständig Elektrofahrräder vor uns rumbummeln würden. Überhaupt ist es seit dem Ammersee ein wiederkehrendes Muster, dass sich uns alles was Räder hat in den Weg wirft. Anfangs waren das vor allem LKW und Baumaschinen, jetzt sind es vor allem Radfahrer, die sich ihr Gepäck von Reiseveranstaltern hinterher fahren lassen. Mittags sind wir schon in Regensburg und checken im Hotel ein. So haben wir noch ausreichend Zeit zu einem Bummel durch Regensburg, bevor am späten Nachmittag das dringend benötigte Gewitter einsetzt.

Der nächste Tag beginnt regnerisch. Das hält uns aber nicht davon ab, eine Stadtführung zu buchen. Eine lohnende Unternehmung und ein schöner Abschluss unserer Fahrt. Pünktlich zum Ende der Führung hört dann auch der Regen auf. Nach einem Mittagessen in einem coolen Studentenlokal müssen wir langsam los. Geplant war, mit dem Zug nach Nürnberg zu fahren und von dort eine letzte kurze Etappe nach Erlangen. Allerdings möchten wir unser Wetterglück auch nicht am letzten Tag auf die Spitze treiben und so fahren wir lieber die ganze Strecke mit dem Zug. Mit dem Auto geht es am nächsten Tag nach Usedom, wo wir noch eine ganze Woche Sonne tanken können.

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